
Seit 2008 lebe ich in Paris. Die Gelegenheit bot sich nach dem Studium, und als Halbfranzösin aus Deutschland war ich mehr als neugierig auf das Leben in Frankreich. Meine Romane habe ich bisher aber immer auf Deutsch verfasst. Obwohl ich mehrsprachig aufgewachsen bin, bleibt Deutsch für mich die Sprache, in der ich mich beim Schreiben am Wohlsten fühle.
Foto: Cyril Zannettacci
Ich wurde 1979 nahe der deutsch-französischen Grenze in Saarbrücken geboren. Nach meinem Abitur habe ich am Konservatorium der Stadt Wien Schauspiel studiert und Kommunikationswissenschaft an der LMU München.
Als Schauspielerin war ich unter anderem an den Münchner Kammerspielen zu sehen, ich spielte in diversen deutschen Fernsehfilmen und Serien, darunter Hinter Gittern und Rosenheim Cops, und in Kinofilmen wie Feiertag.
Nebenher schrieb ich, weil ich immer geschrieben habe, von kleinauf – es war ein Hobby, eine Spielerei, manchmal auch ein starkes Bedürfnis, ein richtiger Drang. Ich schrieb Tagebuch, Kurzgeschichten, Essays.
Erst in Paris wagte ich etwas längeres: meinen ersten Roman – vielleicht, weil ich hier anfangs kaum Freunde und viel Zeit hatte, vielleicht war ich aber auch einfach etwas naiv. Mein monströses 500-Seiten-Erstlingswerk wurde nie veröffentlicht. Wenigstens fand ich dadurch aber eine Literaturagentur. Das war 2010 und ich begann, an einer ganz neuen und drastisch kürzeren Geschichte zu schreiben. Dieses Mal klappte es, und seitdem ist Schreiben für mich mehr als bloß ein Zeitvertreib geworden:
2015 erschien mein Debütroman AM ENDE IST NOCH LÄNGST NICHT SCHLUSS im Rowohlt Verlag. 2018 folgte mein zweiter Roman HARTE ZEITEN FÜR ECHTE KERLE, und 2021 ICH TRAF GOTT UND SIE HEIßT MIRANDA.
2018 kontaktierte mich ein deutscher Filmproduzent, nachdem er mein Debüt gelesen hatte: ihm gefielen mein Humor und mein Schreibstil. Und so entwickelte ich von 2019 bis 2021 im Auftrag eines deutschen TV-Senders meine erste Fernsehserie. Ich habe dabei viel gelernt, entdeckte eine neue Art des Schreibens sowie die enge Zusammenarbeit mit Redakteur:innen, und vor allem meine Begeisterung fürs Drehbuch. Seitdem schreibe ich neben Romanen auch an Film- und Fernsehprojekten.

2021 wurde mein Roman ICH TRAF GOTT UND SIE HEIßT MIRANDA von einem internationalen Streamer optioniert, der daraus eine Serie entwickeln wollte. Zwei Jahre lang wirkte ich als kreative Beraterin daran mit – bis ein Wechsel in der Chefetage die Produktion jäh einstellte. Das Filmbusiness ist immer ein unsicheres Geschäft, trotzdem war es eine bereichernde Erfahrung, ich habe mit wunderbaren Menschen zusammengearbeitet, und die Kontakte, die ich dort geknüpft habe, haben mich wiederum zu neuen Projekten geführt. Vielleicht ist also etwas dran, an dem Spruch: „Der Weg ist das Ziel.“
Am 17. Februar 2026 erscheint mein erster Familienroman UNSER HAUS MIT RUTSCHE im Hanser Verlag. Es ist auch das erste Buch, das ich unter meinem echten Namen veröffentlichen darf – das fühlt sich wie ein richtiges Debüt an.
Liebe Grüße aus Paris,
Safia